
Im Teilprojekt „Digitaler Zwilling Kaimauer“ wird untersucht, wie das Konzept des Digitalen Zwillings von Brücken auf Kaimauern übertragen werden kann. Ziel ist es, relevante Bauwerksinformationen wie Bestandsdaten, Dokumentationen, Prüfergebnisse sowie perspektivisch auch Monitoringdaten in einem gemeinsamen digitalen Modell zusammenzuführen. Auf dieser Grundlage sollen Mitarbeitende im Erhaltungsmanagement künftig bei der Zustandsbewertung, Maßnahmenplanung und Entscheidungsfindung unterstützt werden.
Kaimauern zählen zu den wichtigsten Infrastrukturassets des Hamburger Hafens und bilden eine wesentliche Grundlage für einen leistungsfähigen Hafenbetrieb. Das Teilprojekt erweitert den Fokus des Gesamtvorhabens über Brückenbauwerke hinaus und untersucht die Übertragbarkeit des Digitalen Zwillings auf wasserbauliche Infrastruktur. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse schaffen wichtige Voraussetzungen für die zukünftige Digitalisierung weiterer Bauwerkstypen im Hafen.

Tanya Jahangirkhani
Teilprojektleitung

Rico Förster
Projektingenieur

Hauke Willems
Projektingenieur

Ali Can Dede
Bauwerksprüfung
Das Teilprojekt wurde im Jahr 2026 gestartet. Seitdem wurden die Projektziele konkretisiert, fachliche Anforderungen erhoben und erste Anwendungsfälle definiert. Darüber hinaus wurde der Amsterdamer Kai als Pilotbauwerk ausgewählt. Die grundlegende Bauwerksstruktur für den Digitalen Zwilling wurde festgelegt und erste Schritte zur Modellierung des Bauwerks eingeleitet.
Derzeit werden die fachlichen und technischen Anforderungen ausgearbeitet sowie relevante Datenquellen und Schnittstellen identifiziert. Parallel erfolgt die Entwicklung des digitalen Bauwerksmodells, das künftig Informationen aus Zustandsbewertung, Bauwerksprüfung und Monitoring zusammenführen soll. Ergänzend werden Anwendungsfälle entwickelt, die im späteren Pilotbetrieb erprobt werden.


Eine zentrale Herausforderung besteht darin, unterschiedliche Datenquellen, Fachprozesse und Informationsmodelle in einer gemeinsamen Struktur abzubilden. Das Projekt verdeutlicht, wie wichtig ein einheitliches Verständnis zwischen Fachbereichen, Softwareentwicklung und Bauwerksmanagement ist. Insbesondere die frühzeitige Abstimmung zu Datenstrukturen, Anwendungsfällen und Rollen hat sich als wesentlicher Erfolgsfaktor erwiesen.
In den nächsten Projektphasen werden die identifizierten Anwendungsfälle technisch umgesetzt und im Pilotbetrieb erprobt. Dazu gehören unter anderem die Integration von Bauwerkshistorien, Prüf- und Monitoringdaten sowie die Entwicklung zusätzlicher Analyse- und Auswertungsfunktionen. Langfristig soll das Projekt als Blaupause für die Digitalisierung weiterer Kaimauern und wasserbaulicher Infrastrukturen im Hamburger Hafen dienen und damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung Digitaler Zwillinge leisten.