
Das Teilprojekt dient als Türöffner für die Digitalisierung im Bereich Straße. Ziel ist es, erste Schritte zur digitalen Transformation von Arbeitsweisen und Arbeitsprozessen in der Erhaltung von Straßen zu gehen und damit die Grundlage für zukünftige Entwicklungen zu schaffen.
Im Bundesfernstraßennetz wurden bereits mehrere Pilotprojekte zu Digitalen Zwillingen von Brücken umgesetzt. Im Digitalen Zwilling Haupthafenroute adressieren wir nun einen neuen Bauwerkstypen: die Straße. Dies ist besonders wichtig, um das Konzept Digitaler Zwilling über verschiedene Bauwerkstypen zu skalieren.
Das Teilprojekt wird in enger Zusammenarbeit innerhalb der HPA umgesetzt. Die fachliche und organisatorische Leitung liegt bei Susanne Tunic. Inhaltlich wird das Projekt durch die Bereiche TD21, TD25 und LI1 getragen, die ihre jeweiligen fachlichen Anforderungen und Perspektiven einbringen.
Ein zentraler Bestandteil des Teilprojekts ist die enge Abstimmung zwischen fachlicher Expertise und technischer Umsetzung. Die Aufbereitung und Implementierung der Informationen erfolgen durch Susanne Tunic in Zusammenarbeit mit der Geodateninfrastruktur (GDI). Durch den regelmäßigen Austausch wird sichergestellt, dass fachliche Inhalte strukturiert erfasst und passgenau in die digitale Umgebung integriert werden.


Fotos von dem Veddeler Damm, dem Straßenabschnitt, der im Objektzwilling umgesetzt wird
Alle zu Projektbeginn definierten Daten wurden bis Ende 2025 in das Geoportal der Hamburg Port Authority eingepflegt und die Grundlage zur Übertragung in den Systemzwilling geschaffen. Dazu gehören:
Straßenzustandsdaten (ZEB 2020 und 2024):
Die Zustandserfassung und -bewertung (ZEB) ist ein bundesweit einheitliches Verfahren, mit dem der Zustand der Fahrbahnoberflächen aller Bundesfernstraßen regelmäßig erhoben und ausgewertet wird.
Seit 1. Februar 2023 koordiniert das Fernstraßen-Bundesamt (FBA) dieses Verfahren. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier: FBA – Zustandserfassung und -bewertung (ZEB)

ZEB-Daten von 2024, Beispiel Veddeler Damm
Datensatz zur Restnutzungsdauer von Straßensegmenten (RND 2021):
Die Restnutzungsdauer (RND) wird als die rechnerisch ermittelte verbleibende Gebrauchsdauer eines Asphaltoberbaus verstanden. Sie beschreibt also, wie lange eine Straßenbefestigung unter den gegebenen Materialeigenschaften und der erwarteten Verkehrsbelastung noch funktionsfähig bleibt, bevor strukturelle Schäden einen Austausch oder Erneuerungsmaßnahmen erforderlich machen.
Die Restnutzungsdauer wird gemäß den Richtlinien für die rechnerische Dimensionierung des Oberbaus von Verkehrsflächen mit Asphaltdeckschicht (RDO Asphalt 09) bestimmt und hängt insbesondere ab von:
Aus diesen Informationen berechnet man, wie viele Jahre die Straße ihren Zweck noch erfüllt, ohne dass große Reparaturen notwendig sind. Die Restnutzungsdauer ist also eine Art „Lebensdauerprognose“ für die Straße.
Im Geoportal werden die Daten fortlaufend aktualisiert. Hier wird u.a. die Art der Maßnahme bzw. des Projekts dargestellt, sowie der Schichtenaufbau der Straße und Informationen zu dem zeitlichen und kostenrelevanten Rahmen gegeben.
Es ist angedacht, dass auch der Datensatz zu den ZEB-Daten von Fahrradwegen im Hafen ergänzend eingepflegt wird. Der genaue Zeitpunkt ist noch offen. Da dies ein innovativer Datensatz ist, an dem sich ggf. auch die Stadt Hamburg orientieren möchte, rechnen wir aktuell mit einer Umsetzung im 1. Quartal 2026.

Punktdarstellung der Restnutzungsdauer auf dem Veddeler Damm
Datensatz Projekte und Maßnahmen:
Das Kompetenzcenter Straße der HPA hat die Historie der Straßenprojekte und -maßnahmen in das Geoprtal der HPA integriert. Auch künftige Projekte und Maßnahmen werden mit allen relevanten Daten fortlaufend ergänzt.

Historie von durchgeführten Straßenmaßnahmen auf dem Veddeler Damm
Die größte Herausforderung ist die Vereinbarkeit von noch analogen Daten in Arbeitsprozessen. Es wird nach und nach daran gearbeitet, diese in digitale Prozesse zu integrieren.
Die Einführung digitaler Veränderungen erfordert grundsätzlich ein behutsames Vorgehen. Um bestehende Abläufe nicht zu beeinträchtigen und eine möglichst hohe Akzeptanz in der Belegschaft sicherzustellen, werden Anpassungen schrittweise vorgenommen. Zu Beginn liegt der Fokus auf zentralen Planungsprozessen. Beim Teilprojekt Straße war dies die Wirtschaftsplanung. Parallel dazu wird kontinuierlich geprüft, welchen digitalen Reifegrad die Fachbereiche bereits erreicht haben und welche zusätzlichen Daten oder Funktionen künftig einen klaren Mehrwert bieten und integriert werden können. Dieses strukturierte und zugleich flexible Vorgehen werden wir im Teilprojekt weiterhin engagiert verfolgen, um die digitale Weiterentwicklung aktiv voranzubringen und gemeinsam weitere Mehrwerte zu schaffen.
Ziel ist es, die Akzeptanz neuer Ansätze durch ein schrittweises Vorgehen nachhaltig aufzubauen. Derzeit ist die Nutzergruppe der Wirtschaftsplanung und Steuerung diejenige, die realistisch und sinnvoll bedient werden kann. Eine Ausweitung auf den operativen Betrieb wird aktuell diskutiert, um Arbeitsweisen zu vereinfachen und neue Lösungswege aufzuzeigen.